Ampelkoalition setzt sich für Personenverkehr auf der Schiene ehrgeizige Ziele

BERLIN | Wenn die künftigen Regierungs­parteien ihre ehrgeizigen Ziele für den Personen­­verkehr auf der Schiene umsetzen wollen, ist dies nach Berech­nungen von Allianz pro Schiene nur mit einer Versechs­fachung des Wachs­tums zu halten.

SPD, Grüne und FDP haben sich laut Koalitionsvertrag vorgenommen, die Verkehrsleistung im Schienenpersonenverkehr bis 2030 zu verdoppeln. Damit geht die neue Ampelregierung über die Ziele der alten Koalition hinaus, die noch die Fahrgastzahlen verdoppeln wollte. Hierfür hätte eine Vervierfachung gereicht.

„Durch die Neuformulierung des Ziels liegt die Messlatte für die Schienenpolitik der nächsten Jahre nun noch einmal deutlich höher“, sagte Schienenallianz-Geschäftsführer Dirk Flege am Freitag in Berlin. Wichtig sei dafür aber „die rasche Umsetzung durch konkretes Regierungs­handeln.“ Der neue Verkehrsminister müsse rasch für Klarheit sorgen, „wie er Anspruch und Realität in Einklang bringen möchte“, so Flege.

Der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Ziel besteht darin, dass die Verkehrs­leistung auch die zurückgelegte Streckenlänge der Fahrgäste berücksichtigt, erläuterte das Verkehrsbündnis. Diese sei aber gesunken, weil die meisten Menschen im Nahverkehr auf der Schiene unterwegs sind und die durchschnittliche Reiseweite dort zurückgegangen ist. „Die Fahrgastzahlen haben sich in den zwei Jahrzehnten bis einschließlich 2019 um fast die Hälfte erhöht, die Verkehrsleistung aber nur um ein Drittel“, schreibt Allianz pro Schiene. „Wenn sie sich laut Koalitionsvertrag innerhalb des einen Jahrzehntes bis 2030 verdoppeln soll, erfordert dies rein rechnerisch ein sechsmal so hohes Wachstumstempo wie bisher.“


Quelle: EVN

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